Warum wir im Herbst plötzlich Lust auf warme Gerichte bekommen

Warum wir im Herbst plötzlich Lust auf warme Gerichte bekommen

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    Sobald die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden, verändert sich bei vielen Menschen auch die Lust aufs Essen. Der knackige Sommersalat macht Platz für Kürbissuppe, Ofengemüse oder ein warmes Porridge. Aber warum eigentlich?

    Hier erfährst du, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen – und wie du die Saison kulinarisch geniessen kannst.

    Kühlere Temperaturen machen warmes Essen besonders angenehm

    Frau geniesst eine warme Suppe

    Wenn es draussen kühler wird, empfinden viele Menschen warme Gerichte als besonders angenehm. Ein warmer Teller zwischen den Händen, der Duft einer Suppe oder frisch gebackenes Ofengemüse können gerade an kühlen Tagen ein Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit vermitteln.

    Dabei geht es nicht darum, dass unser Körper im Herbst plötzlich nur noch warme Mahlzeiten braucht. Vielmehr verändert sich mit der Jahreszeit auch das Umfeld, in dem wir essen. Nach einem kühlen Spaziergang wirkt eine dampfende Suppe oft einladender als an einem heissen Sommertag.

    Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Umgebungstemperatur und Jahreszeit das Essverhalten beeinflussen können. Gleichzeitig reagiert jeder Mensch unterschiedlich. Auch Gewohnheiten, persönliche Vorlieben und die jeweilige Alltagssituation spielen eine Rolle.

    Hinzu kommt etwas ganz Alltägliches: Wärme nehmen wir beim Essen nicht nur über den Geschmack wahr. Auch die Hände an einer warmen Schale, der Duft und der aufsteigende Dampf gehören zum Erlebnis. Gerade an kühlen Tagen kann ein warmes Gericht dadurch zu einem kleinen Ritual werden, das wir mit Behaglichkeit verbinden.

    Der Herbst bringt andere Lebensmittel auf den Teller

    Im Herbst beginnt die Zeit von Kürbis, Randen, Wurzelgemüse, verschiedenen Kohlsorten, Lauch, Äpfeln und Birnen. Viele dieser Lebensmittel eignen sich besonders gut für warme Zubereitungsarten wie Kochen, Schmoren oder Backen.

    Noch vor wenigen Generationen war die Auswahl an Lebensmitteln wesentlich stärker von der jeweiligen Jahreszeit abhängig. Heute finden wir zwar vieles praktisch das ganze Jahr über im Supermarkt – trotzdem prägt das saisonale Angebot weiterhin mit, was auf unseren Tellern landet.

    Saisonale Lebensmittel bringen ausserdem ganz automatisch Abwechslung in die Küche: Im Sommer stehen andere Zutaten im Mittelpunkt als im Herbst oder Winter.

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    Herbst auf dem Teller

    Kürbis, Randen, Äpfel, Birnen und Wurzelgemüse lassen sich auf ganz unterschiedliche Weise kombinieren – von der Suppe über das Ofengericht bis zum warmen Frühstück.

    Weniger Tageslicht verändert unseren Alltag

    Im Herbst werden die Tage kürzer und wir verbringen häufig mehr Zeit drinnen. Tageslicht und unser innerer Rhythmus hängen eng zusammen und beeinflussen unter anderem, wann wir schlafen, aktiv sind und unsere Mahlzeiten einnehmen.

    Auch beim Essverhalten wurden saisonale Unterschiede beobachtet. Wie stark diese ausgeprägt sind, ist jedoch individuell verschieden. Neben Licht und Temperatur spielen beispielsweise persönliche Gewohnheiten, Tagesablauf und soziales Umfeld eine Rolle.

    Essen ist auch Erinnerung und Emotion

    Der Duft von Zimt, eine Kürbissuppe wie bei den Grosseltern oder ein heisser Apfel aus dem Ofen – bestimmte Gerichte sind für uns mit Erinnerungen und Gefühlen verbunden.

    Unsere Vorlieben entstehen nicht nur durch Geschmack. Essen ist eng mit Situationen, Menschen und Erlebnissen verknüpft. Deshalb können uns bestimmte Gerichte zu einer Jahreszeit besonders ansprechen – selbst wenn wir sie theoretisch das ganze Jahr zubereiten könnten.

    Vielleicht schmeckt der Herbst also nicht nur nach Kürbis und Zimt – sondern auch ein bisschen nach Erinnerung.

    Unser Alltag wird im Herbst anders

    Kürzere Tage, mehr Zeit drinnen, gemütliche Abende und die Vorfreude auf die Adventszeit – all das gehört für viele zum Herbst dazu.

    Auch gesellschaftliche Gewohnheiten spielen eine Rolle. Gemeinsames Kochen, Einladungen, gemütliche Abende oder Feiertage können unseren Speiseplan mitprägen und beeinflussen, wann, was und wie wir essen.

    REZEPTIDEE FÜR DIE SAISON

    Buntes Ofengemüse

    Ein unkompliziertes Herbstgericht, das sich je nach Saison, Geschmack und Inhalt des Kühlschranks immer wieder verändern lässt.

    ca. 40 Minuten 2–3 Portionen
    Buntes Ofengemüse mit Kürbis, Randen und Wurzelgemüse

    Zutaten

    • ½ kleiner Kürbis
    • 2 Rüebli
    • 2 kleine Randen
    • 1 Pastinake
    • 1 rote Zwiebel
    • 2 EL Olivenöl
    • Rosmarin oder Thymian
    • Pfeffer und wenig Salz nach Geschmack
    • Optional: Kürbiskerne oder Baumnüsse

    Zubereitung

    1. Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
    2. Gemüse waschen, bei Bedarf schälen und in ähnlich grosse Stücke schneiden.
    3. Mit Olivenöl, Kräutern und Gewürzen vermengen.
    4. Auf einem Backblech verteilen und etwa 30–40 Minuten rösten, bis das Gemüse gar und leicht gebräunt ist.
    5. Nach Wunsch mit Kürbiskernen oder gehackten Baumnüssen bestreuen und warm servieren.
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    Den Jahreszeiten wieder etwas mehr Platz geben

    Warum bekommen wir im Herbst also häufiger Lust auf warme Gerichte? Eine einzige Erklärung gibt es nicht. Kühlere Temperaturen, kürzere Tage, saisonale Lebensmittel, veränderte Alltagsroutinen und vertraute Erinnerungen können zusammenspielen.

    Wir müssen unseren Speiseplan deshalb nicht komplett nach dem Kalender ausrichten. Trotzdem kann es spannend sein, beim nächsten Einkauf einmal darauf zu achten, welche Lebensmittel gerade Saison haben – und worauf wir bei kühlerem Wetter tatsächlich besonders gerne Appetit bekommen.

    Vielleicht ist genau das eine der schönen Seiten des Herbstes: Mit den Jahreszeiten dürfen sich auch unsere Gerichte und kleinen Rituale verändern.