Vitamine und Mineralstoffe: Was ist eigentlich der Unterschied?
Vitamin C, Magnesium, Eisen oder Zink – Vitamine und Mineralstoffe begegnen uns häufig, wenn es um Ernährung geht. Beide gehören zu den sogenannten Mikronährstoffen. Trotzdem handelt es sich um zwei unterschiedliche Gruppen von Nährstoffen.
Doch worin unterscheiden sich Vitamine und Mineralstoffe eigentlich? Was bedeutet „Mikronährstoff“ – und was hat es mit Begriffen wie wasserlöslich, fettlöslich oder Spurenelement auf sich?
Was sind Mikronährstoffe?
Nährstoffe lassen sich unter anderem danach unterscheiden, in welchen Mengen sie benötigt werden. Vitamine und Mineralstoffe werden als Mikronährstoffe bezeichnet.
Der Begriff „Mikro“ bedeutet dabei nicht, dass diese Stoffe unwichtig wären. Er weist vielmehr darauf hin, dass sie im Vergleich zu den sogenannten Makronährstoffen in wesentlich kleineren Mengen benötigt werden.
Zu den Makronährstoffen zählen Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Vitamine und Mineralstoffe bilden dagegen zwei wichtige Gruppen innerhalb der Mikronährstoffe.
Was sind Vitamine?
Vitamine sind organische Verbindungen. Die einzelnen Vitamine unterscheiden sich in ihrem chemischen Aufbau und ihren Eigenschaften deutlich voneinander.
Häufig begegnen uns Bezeichnungen wie Vitamin A, Vitamin C oder Vitamin D. Hinzu kommt die Gruppe der B-Vitamine, zu der unter anderem Vitamin B1, B2, B6 und B12 sowie Folat gehören.
Eine wichtige Einteilung unterscheidet zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen.
Fettlösliche Vitamine
Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören:
- Vitamin A
- Vitamin D
- Vitamin E
- Vitamin K
Wie der Name bereits verrät, sind diese Vitamine fettlöslich.
Wasserlösliche Vitamine
Zu den wasserlöslichen Vitaminen zählen Vitamin C und die Vitamine der B-Gruppe.
Dazu gehören beispielsweise:
- Vitamin B1 (Thiamin)
- Vitamin B2 (Riboflavin)
- Niacin
- Pantothensäure
- Vitamin B6
- Biotin
- Folat
- Vitamin B12 (Cobalamin)
- Vitamin C
Die Unterscheidung zwischen fett- und wasserlöslich beschreibt somit eine grundlegende Eigenschaft der jeweiligen Vitamine.
Was sind Mineralstoffe?
Mineralstoffe unterscheiden sich grundlegend von Vitaminen: Sie sind anorganische Stoffe.
Zu den bekannten Mineralstoffen zählen beispielsweise Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Eisen, Zink und Jod.
Auch innerhalb der Mineralstoffe gibt es eine weitere Einteilung. Je nachdem, in welchen Mengen sie benötigt werden, spricht man von Mengen- oder Spurenelementen.
Mengenelemente und Spurenelemente
Zu den Mengenelementen werden beispielsweise Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium gezählt.
Mineralstoffe, die nur in besonders kleinen Mengen benötigt werden, werden als Spurenelemente bezeichnet. Dazu zählen beispielsweise Eisen, Zink, Jod, Selen und Molybdän.
„Spurenelement“ bedeutet also nicht, dass ein Stoff weniger bedeutsam ist. Der Begriff bezieht sich auf die benötigte beziehungsweise im Körper vorkommende Menge.
Vitamine und Mineralstoffe – der Unterschied auf einen Blick
| Vitamine | Mineralstoffe | |
|---|---|---|
| Stoffart | organische Verbindungen | anorganische Stoffe |
| Übergeordnete Gruppe | Mikronährstoffe | Mikronährstoffe |
| Typische Einteilung | fettlöslich / wasserlöslich | Mengenelemente / Spurenelemente |
| Beispiele | Vitamin A, B-Vitamine, Vitamin C, D, E, K | Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Jod |
Woher bekommen wir Vitamine und Mineralstoffe?
Vitamine und Mineralstoffe kommen in unterschiedlichen Lebensmitteln vor. Welche und wie viele Mikronährstoffe ein Lebensmittel enthält, hängt von seiner Zusammensetzung ab.
Gemüse und Früchte, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, Milchprodukte sowie weitere tierische und pflanzliche Lebensmittel tragen jeweils unterschiedliche Nährstoffe zur Ernährung bei.
Ein Grund mehr, weshalb die Schweizer Ernährungsempfehlungen eine abwechslungsreiche Auswahl aus verschiedenen Lebensmittelgruppen empfehlen.
Wie viel brauchen wir davon?
Für die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen gibt es wissenschaftlich abgeleitete Referenzwerte. In der Schweiz stellt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) entsprechende Referenzwerte für verschiedene Bevölkerungsgruppen zur Verfügung.
Wichtig ist dabei: Ein Referenzwert ist nicht automatisch mit dem persönlichen Bedarf einer einzelnen Person gleichzusetzen. Der individuelle Bedarf kann unter anderem von Alter, Geschlecht, körperlicher Aktivität und bestimmten Lebensphasen beeinflusst werden.
Ist mehr automatisch besser?
Nein. Bei Vitaminen und Mineralstoffen gilt nicht grundsätzlich: Je mehr, desto besser.
Neben Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr gibt es für verschiedene Nährstoffe auch wissenschaftlich beziehungsweise gesetzlich festgelegte Höchstmengen. Bei einer zusätzlichen Aufnahme aus angereicherten Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln spielt deshalb auch die Gesamtzufuhr eine Rolle.
Nahrungsergänzungsmittel sind zudem kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.
Zwei unterschiedliche Gruppen von Mikronährstoffen
Vitamine und Mineralstoffe werden häufig gemeinsam genannt – und gehören beide zu den Mikronährstoffen. Chemisch betrachtet unterscheiden sie sich jedoch grundlegend.
Vitamine sind organische Verbindungen und werden unter anderem in fett- und wasserlösliche Vitamine eingeteilt. Mineralstoffe sind anorganische Stoffe und lassen sich unter anderem in Mengen- und Spurenelemente unterscheiden.
Wer diese Grundbegriffe kennt, kann auch Nährwertangaben, Referenzwerte und Informationen über einzelne Mikronährstoffe leichter einordnen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Nährstoffe .
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Schweizer Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr .
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Schweizer Ernährungsempfehlungen .
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